Beim 5. Landestreffen der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse standen heute Eigentumsübergänge, digitale Arbeitsprozesse und der Waldumbau im Mittelpunkt.
Seddiner See, 28. August 2026 – Der Generationswechsel im Wald hat weitreichende Folgen, die über die reine Flächenübergabe hinausgehen. Die nachkommende Generation der Waldbesitzer übernimmt Verantwortung, Forstbetriebsgemeinschaften richten ihre Arbeit neu aus und der Waldumbau verlangt langfristige Entscheidungen. Über das Zusammenspiel dieser Aufgaben tauschten sich die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse Brandenburgs heute in Seddiner See aus.
Das 5. Landestreffen der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse bringt die haupt- und ehrenamtlichen Vorstände der in Brandenburg tätigen Forstbetriebsgemeinschaften und forstwirtschaftlichen Vereinigungen zusammen. Das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz veranstaltet das Treffen unter dem Motto „Generationswechsel im Wald“.
Aus Sicht des Waldbesitzerverbandes Brandenburg entscheidet sich an diesem Wandel auch, wie handlungsfähig der organisierte Waldbesitz bleibt. Wenn Waldflächen an die nächste Generation übergehen, verändern sich Ansprechpartner, Erwartungen und Formen der Bewirtschaftung. Forstbetriebsgemeinschaften sichern dabei den fachlichen Austausch und unterstützen die gemeinsame Organisation der Waldbewirtschaftung.
„Beim Generationswechsel geht es um mehr als die Übertragung des Waldeigentums. Entscheidend ist, ob die nächste Generation frühzeitig an die Aufgaben der Waldbewirtschaftung herangeführt wird und bereit ist, Verantwortung für den eigenen Wald zu übernehmen“, sagt Niklas Weber, Geschäftsführer beim Waldbesitzerverband Brandenburg. „Professionell aufgestellte Forstbetriebsgemeinschaften und der Waldbesitzerverband Brandenburg stehen den Waldbesitzern dabei unterstützend und beratend zur Seite, wenn es um die fachlichen und organisatorischen Fragen geht, die damit verbunden sind.”
Das Landestreffen verband rechtliche, organisatorische und forstliche Fragen. Ministerin Hanka Mittelstädt eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort. Sie betonte, dass die Bewirtschaftung von Wäldern eine generationsübergreifende Verantwortung ist, und rief dazu auf, den Austausch innerhalb der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse sowie mit der Forstverwaltung zu intensivieren. Zugleich unterstrich sie, dass der Waldumbau schneller voranschreiten müsse, um klimaresiliente Wälder für kommende Generationen zu schaffen.
Wie sich die Arbeit forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse weiterentwickeln lässt, zeigten mehrere Praxisbeispiele: Thomas Meyer, Geschäftsführer der FV Prignitz und Vorstandsmitglied des Waldbesitzerverbandes Brandenburg, erläuterte, worauf es bei der Übergabe von Forstbetrieben ankommt. Jens Steigleder gab Einblicke in die Digitalisierung der FBG Hohe Heide/Prignitz. Christian Benke zeigte, wie sich Buchhaltungsprozesse digital und rechtssicher organisieren lassen. Den Blick auf den Waldumbau richtete Volker Luttmann von der Wildlinge GmbH. Er erläuterte, wie Waldbesitzer forstliches Vermehrungsgut bereitstellen können.
„Die Forstbetriebsgemeinschaften stehen selbst vor einem Generationenwechsel. Viele suchen Nachwuchs für ihre Vorstände und Geschäftsführungen und müssen zugleich ihre Arbeit weiterentwickeln. Das Landestreffen bietet Raum für Erfahrungsaustausch und praxistaugliche Lösungen“, sagt Weber weiter.
Der Waldbesitzerverband Brandenburg sieht im Austausch zwischen Praxis, Verwaltung und Fachleuten eine wichtige Grundlage, um Eigentumsübergänge zu begleiten, Arbeitsprozesse weiterzuentwickeln und Waldbesitzer bei langfristigen Entscheidungen zu unterstützen.