Multitalent Wald
Die Bedeutung des Waldes in Brandenburg sichern
Der Wald ist weit mehr als Natur. Er erfüllt gleichzeitig ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Funktionen – und verbindet Klimaschutz, Lebensraum, Rohstoffgewinnung und Erholung auf einzigartige Weise. Diese Vielfalt entsteht nicht von selbst, sondern ist Ergebnis nachhaltiger Bewirtschaftung und verantwortungsvollem Handeln der Waldbesitzer.
Die zentralen Funktionen des Waldes
Klimaschutz und Klimaanpassung
Brandenburgs Wälder leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und langfristig binden. Damit sie diese Funktion auch unter veränderten Klimabedingungen erfüllen können, müssen sie gesund, stabil und widerstandsfähig sein. Eine aktive Bewirtschaftung und der Umbau zu vielfältigen Mischwäldern sind dafür entscheidend.
Brandenburgs Wälder speichern rund 99 Millionen Tonnen Kohlenstoff in lebenden Bäumen – das entspricht etwa 92 Tonnen pro Hektar, zusätzlich zu weiteren Mengen im Boden und im Totholz.


Lebensraum und Biodiversität
Der Wald in Brandenburg wird zunehmend strukturreicher und vielfältiger. Auf rund drei Vierteln der Waldfläche wachsen heute Bäume in mehreren Schichten. Auch der Anteil von Totholz ist gestiegen und trägt dazu bei, Lebensräume für zahlreiche Arten zu schaffen. Strukturvielfalt, Mischwälder und Totholz bilden zentrale Grundlagen für Biodiversität und stabile Waldökosysteme.
Nachhaltiger Rohstoff Holz
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der im Wald kontinuierlich neu entsteht. Nachhaltige Nutzung macht ihn zu einem wichtigen Baustein für Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und Baukultur. Holz aus heimischen Wäldern ersetzt energieintensive Materialien und trägt zu einer zukunftsfähigen Nutzung natürlicher Ressourcen bei.


Arbeit und regionale Wertschöpfung
Über 60 % der Waldfläche Brandenburgs befindet sich in privater Hand. Die Forst- und Holzwirtschaft sichert Einkommen, Arbeitsplätze und Wertschöpfung – besonders im ländlichen Raum. Nachhaltige Waldnutzung verbindet ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Stabilität und regionaler Entwicklung.
Schutzfunktionen für Boden, Wasser und Klima
Wälder schützen Böden vor Erosion, regulieren den Wasserhaushalt und wirken ausgleichend auf das lokale Klima. Besonders Mischwälder mit unterschiedlichen Altersstufen sind widerstandsfähiger gegen Dürre, Sturm und Schädlinge. Waldpflege ist daher aktiver Vorsorgeschutz.


Erholung und Gesundheit
Der Wald steht der Bevölkerung grundsätzlich zur Erholung offen. Das freie Betretungsrecht ermöglicht Naturerleben, Bewegung und Ruhe – unabhängig von Eigentumsverhältnissen. Dieses Recht basiert auf gegenseitiger Rücksichtnahme: Waldbesitzer ermöglichen den Zugang, Besucher respektieren Natur, Bewirtschaftung und Eigentum.
Nutzung und Schutz gehören zusammen
Die vielfältigen Funktionen des Waldes sind kein Zufall – sie entstehen durch gezielte Pflege und verantwortungsvolle Nutzung. Schutz und Nutzung sind kein Gegensatz. Nur ein aktiv bewirtschafteter Wald kann seine ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen dauerhaft erfüllen.
Verantwortung der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer
Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer tragen Verantwortung über Generationen hinweg. Mit ihrem Praxiswissen und ihrer Erfahrung sichern sie die Stabilität der Wälder und leisten einen wesentlichen Beitrag zu Klimaschutz, Artenvielfalt und regionaler Entwicklung. Der Waldbesitzerverband Brandenburg unterstützt sie dabei und setzt sich für Rahmenbedingungen ein, die alle Funktionen des Waldes langfristig sichern.