Starker Austausch, klare Positionen und ein digitaler Meilenstein

Waldbesitzerverband Brandenburg e.V. setzt Aufbruchssignal in Neuzelle

Neuzelle, 18. April 2026 – Mit großer Beteiligung, klaren Botschaften und einem starken Gemeinschaftsgefühl hat der Waldbesitzerverband Brandenburg e.V. seine diesjährige Mitgliederversammlung im Kloster Neuzelle durchgeführt. Zu Gast im Forstbetrieb der Stiftung Stift Neuzelle unter Leitung von Boris Schnittker blickt der Verband auf eine inhaltlich wie organisatorisch überzeugende Veranstaltung zurück.

Handlungsdruck trifft auf Gestaltungswillen

Der Vorsitzende Malte Eberwein machte die Ausgangslage unmissverständlich deutlich:
„Fakten hören nicht auf zu existieren – auch wenn sie geleugnet werden.“

Aktuelle wissenschaftliche Grundlagen – darunter Waldzustandsbericht, Bundeswaldinventur und landesweites Verjüngungsmonitoring – belegen den hohen Handlungsdruck. Ziel bleibt der konsequente Umbau hin zu klimaangepassten Mischwäldern.

Die Kernforderungen des Verbandes für eine erfolgreiche Waldverjüngung:

  • Förderung von Naturverjüngung, Saat und Pflanzung
  • Förderung des Umbaus der Brandenburger Wälder zu klimaresilienten Mischwäldern
  • Sicherstellung angepasster Wildbestände
  • Verlässliche politische und gesetzliche Rahmenbedingungen

Diese Positionen wurden im internen Teil intensiv diskutiert und von den Mitgliedern einstimmig bestätigt. Das klare Signal: Geschlossenheit und Rückhalt für die strategische Ausrichtung des Verbandes.

Die große Resonanz und die klare Zustimmung zu unserer vergangenen Arbeit zeigen: Wir ziehen als Verband an einem Strang“, betont der Vorsitzende Malte Eberwein.

Klartext zur EU-Politik und neue Impulse aus Praxis und Politik

Unter dem Leitthema „Neue Geschäftsfelder im Wald: Wie können Windenergie sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen den Waldumbau unterstützen?“ wurde deutlich: Der Verband stellt sich aktiv und verantwortungsvoll den Herausforderungen des klimabedingten Waldumbaus und nutzt gezielt neue Chancen.

Im öffentlichen Teil lieferten Impulsvorträge aus Politik und Praxis wichtige Denkanstöße – insbesondere zu innovativen Plattformlösungen für Windenergieprojekte sowie neuen Ansätzen bei Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.

Ein zentraler Diskussionspunkt war die EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO). Der Verband positioniert sich klar gegen die aktuelle Ausgestaltung. Die Kritik: In ihrer jetzigen Form droht sie den Waldumbau zu verlangsamen statt zu fördern. Gefordert werden praxisnahe Anpassungen, die:

  • Eigenverantwortung stärken,
  • ökologische Ziele mit ökonomischer Tragfähigkeit verbinden.

Digitaler Meilenstein: Neue Website stärkt Sichtbarkeit

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Vorstellung der neuen Verbandswebsite durch Dr. Regina Ruppert und Geschäftsführer Niklas Weber.

Die Plattform dient als zentrale Informationsplattform für die 3.608 Mitglieder und macht deren Leistungen für Klimaschutz, Biodiversität und Gesellschaft sichtbar.

Wir geben diesem Engagement eine sichtbare Bühne und schaffen Raum für zentrale Zukunftsthemen“, so Ruppert.

Weber ergänzt: „Der Waldumbau ist eine Generationenaufgabe. Mit der neuen Website bündeln wir Wissen und bringen unsere Themen gezielter in die Öffentlichkeit.“

Praxisnähe im Windpark

Den Abschluss bildete eine Exkursion in den Forstbetrieb der Stiftung Stift Neuzelle. Vor Ort diskutierten die Teilnehmer innovative Ansätze zur Verknüpfung von Windenergie, Waldbrandschutz und Walderneuerung. Ein herzlicher Dank galt dabei Boris Schnittker und seinem Team für die professionelle Organisation und Gastfreundschaft.

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