Schnellere Zulassung von Pflanzenschutzmitteln sichert nachhaltige Bewirtschaftung

Forum Natur Brandenburg e.V. unterstützt Bundesratsinitiative des Freistaates Sachsen

Das Forum Natur Brandenburg e.V. spricht sich für die Unterstützung der Bundesratsinitiative des Freistaates Sachsen zur Verbesserung der Zulassungssituation von Pflanzenschutzmitteln aus. Im Mittelpunkt stehen dabei die Anforderungen der Landwirtschaft, des Gartenbaus sowie der Forstwirtschaft, die in besonderem Maße auf eine verlässliche und ausreichende Verfügbarkeit wirksamer Pflanzenschutzmittel angewiesen sind. Die Initiative adressiert strukturelle Defizite im bestehenden Zulassungssystem und zielt auf effizientere Verfahren sowie eine verlässlichere Verfügbarkeit notwendiger Wirkstoffe.

Hintergrund ist eine zunehmende Diskrepanz zwischen dem Wegfall bewährter Wirkstoffe und der verzögerten Zulassung neuer Mittel. Dies führt insbesondere in der landwirtschaftlichen Praxis sowie im intensiven Gartenbau und in Sonderkulturen wie Obst- und Gemüsebau zu wachsenden Bekämpfungslücken. Die Umsetzung integrierter Pflanzenschutzstrategien wird dadurch erheblich erschwert. Gleichzeitig verschärfen klimabedingt neue Schadorganismen die Situation und erhöhen den Handlungsdruck für die Betriebe deutlich.

Aus Sicht der Landwirtschaft ist eine Reform dringend geboten: „Die Betriebe stehen zunehmend vor der Herausforderung, Schädlinge und Krankheiten mit immer weniger zugelassenen Mitteln zu kontrollieren.“, betont Hendrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg e.V. „Eine verlässliche und planbare Zulassungspraxis ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit und die Versorgungssicherheit.

Auch bei den Sonderkulturbetrieben ist die Lage angespannt: „Gerade im Spargel- und Beerenobstanbau sind wir auf passgenaue und wirksame Pflanzenschutzlösungen angewiesen. Der Wegfall etablierter Wirkstoffe bei gleichzeitig schleppender Zulassung neuer Mittel gefährdet zunehmend die Produktionssicherheit und die Qualität unserer Erzeugnisse“, erklärt Jürgen Schulze, Vorsitzender des Verbands der ostdeutschen Spargel- und Beerenobstanbauer e.V. „Wir brauchen dringend ein Zulassungssystem, das Innovationen schneller in die Praxis bringt und den besonderen Anforderungen der Sonderkulturen gerecht wird.“

Die Bundesratsinitiative sieht unter anderem vor, die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden effizienter zu gestalten und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Ziel ist es, die zentrale Rolle der Zulassungsbehörde zu stärken und gleichzeitig eine ausgewogene fachliche Bewertung sicherzustellen.

Die aktuelle Situation belastet auch viele Waldbesitzer, da die Verfügbarkeit zugelassener Pflanzenschutzmittel zunehmend eingeschränkt wird. Insbesondere im Kalamitätsfall wird dadurch die Handlungsfähigkeit weiter reduziert – etwa bei der Behandlung von Holzpoltern bei Borkenkäferbefall. Pflanzenschutzmittel werden im Wald grundsätzlich als Ultima Ratio angewandt. Umso wichtiger ist ein Zulassungssystem, das wissenschaftlich fundiert arbeitet und zugleich praktikable, zeitnahe Entscheidungen ermöglicht.“ erklärt der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Brandenburg e.V. Malte EberweinDie Initiative aus Sachsen setzt hier einen wichtigen und richtigen Impuls.

Das Forum Natur Brandenburg e.V. sieht in der Initiative einen wichtigen Impuls, um bestehende Herausforderungen im Pflanzenschutz konstruktiv anzugehen. Gleichzeitig soll durch die Unterstützung der Initiative ein klares Signal an die Politik gesendet werden, die notwendigen Reformen zügig voranzubringen damit die Zukunftsfähigkeit der regionalen Produktion in Brandenburg und Deutschland zu sichern.

Quelle: Forum Natur Brandenburg e.V.

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